Die Eröffnung der Einrichtung in der Trierer Straße soll im September seinFALKENHEIM - Ein Baukörper nimmt Formen an: An der Trierer Straße hat die Stadt den Rohbau eines lange geplanten Kinder- und Jugendhauses hochgezogen. Die Eröffnung ist im kommenden September geplant. Ein Rundgang.
Es ist die »größte politische Baustelle« in seiner Laufbahn, so SPD-Stadtrat Gerald Raschke. Er spricht vom Kinder- und Jugendhaus, das derzeit an der Trierer Straße, an der Endhaltestelle »Südfriedhof«, entsteht. Seit 1999 steht der offene Treff auf der Agenda, damals auf Rang 15 der Liste städtischer Bauprojekte für Kinder- und Jugendbauprojekte. »1999 habe ich den ersten Antrag dazu gestellt«, sagt Raschke.
Der Rohbau steht
Und nun steht der Rohbau. Im April war Spatenstich, im August soll der letzte Handgriff an dem 450 Quadratmeter großen Haus erledigt sein. Die Stadt plant, im September den 1,4 Millionen Euro teuren Treff zu eröffnen. Warum das so lange gedauert hat? »In den Jahren 2001/2002 sind die Steuereinnahmen in den Keller gerasselt, das Projekt konnte zunächst nicht finanziert werden«, so Raschke.
Erst 2007 kam das grüne Licht aus dem Stadtrat. 2008 stellte der Kreisjugendring für seine finanzielle Beteiligung eine Bedingung: Für einen barrierefreien Zugang musste im Nachhinein ein Aufzug eingeplant werden.
Wärme aus der Tiefe
Stolz ist auch Michael Hirschmann vom Hochbauamt - wenn auch über einen anderen Aspekt. Denn die Planung und Organisation des Bauprojekts an der Trierer Straße, so Hirschmann, habe die Stadt ohne externe Firmen umgesetzt. Vor den rund 50 Teilnehmern der Baustellenbesichtigung weist Hirschmann besonders auf das rund 80 000 Euro teure Wärmesystem hin: Vier Löcher mit einer Tiefe von 80 Metern seien in den Boden gebohrt worden. Eine Pumpe transportiere das durch die Erdwärme im Boden erhitzte Wasser in die Fußbodenheizung, die im Haus verteilt ist - eine ähnliche Wärmeversorgung wie die im Südpunkt. »Wir sind damit vom Gas unabhängig«, schwärmt Hirschmann. Durch das Wärmesystem und die »enorme Wärmedämmung« an den Wänden, habe man den voraussichtlichen Verbrauch auf etwa den eines gut isolierten Einfamilienhauses drücken können.
Der Treff ist für rund 30 Kinder- und Jugendliche in erster Linie aus den Stadtteilen Falkenheim, Kettlersiedlung und Gartenstadt vorgesehen. Im Erdgeschoss entstehen eine große Küche, ein Mehrzweckraum und eine Cafeteria. Die Trennwände lassen sich teilweise bewegen, die Räume können dadurch vergrößert werden. Das Haus ist zur Hälfte unterkellert. Dort unten wird ein Medienbereich für die Jugendlichen eingerichtet. Im Obergeschoss, unter dem Pyramidendach mit Oberlichtern, ist eine Art Ruhezone vorgesehen. Auf dem künftigen Garten mit 600 Quadratmetern vor der Türe stehen derzeit allerdings noch Baumaschinen. Drei pädagogische Betreuer der Stadt werden hier arbeiten. Die Öffnungszeiten werden von 14 bis 22 Uhr sein. Das Besondere, so Hirschmann: »Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen kostet die Eltern nichts.«
Alexander Brock


